Vom Streichelzoo zu Megges

Veganer nerven. Ständig müssen sie am Essen rummäkeln, machen uns das #yamyam Steak madig und uns ein schlechtes Gewissen mit ihrer Besserwisserei und ihrem Gutmenschtum. Da wollten wir gerade vergessen wo unser BBQ-double cheese Burger herkommt und sie reiten es einem wieder unter die Nasen. Reinster Egoismus.

Jedenfalls nach Meinung vieler Menschen die ich kenne. Ich persönlich finde mich in einer zwickligen Lage wieder: Ich liebe Fleisch. Ich finde es köstlich und könnte mir nicht vorstellen ohne es zu leben, von tierischen Produkten wie Milch ganz zu schweigen. Die find ich nämlich super zu meinen Frühstückscrunchs oder in meinem hoffentlich fair-traded-coffe. Auf der anderen Seite mag ich Tiere. Nun Spinnen nicht, denn die sind disgusting-as-fuck, aber die süßen flauschigen mit großen Äuglein, die find ich süß. Fänds auch gut wenn die nicht abgeschlachtet werden, oder gequält und ausgebeutet. Aber ziehe ich eine Konsequenz? Nein. Ich gehöre wahrscheinlich zur Mehrheit. Würde kein süßes Lämmlein töten wollen sondern lieber ein Halsband mit Glöckchen anziehen und es Herbert nennen. Also wie die meisten, verdränge ich die Gedanken an den armen Herbert in der Schlachtfabrik und snacke fröhlich weiter mein Wurstbrot.

Ambivalenz tut weh, ja. Aber als Lösung die ganze Wut auf die Veganer zu schieben ist ja wohl mal absolut daneben, die machen’s ja richtig. Leben und Leben lassen. So richtig verurteilen kann man das ja nicht, außer man muss. Und genau das ist der Knackpunkt. Die Leute wissen ganz, ganz tief drinne in der Birne oder im Herz das Töten=Böse. Lernt man ja schon in der Schule. Also natürlich ohne Praxiserfahrung, aber wird einem ja vermittelt. Da lobt Dich niemand wenn du die Muschi vom Nachbarn totfährst, nene, das ist socially not accepted. Und aus gutem Grund. Töten ist falsch, quälen kommt im Werteschema der society übrigens auch nicht so gut an und wird oft als Beginn einer anfängliche Psychose behandelt. Aber bei der Currywoscht um die Ecke is dat ja oke – denn jemand anderes macht ja den shit. Wenn’s die Anderen machen bin ich fein raus. #SuchEthik #WOW.

Ich glaub wir Fleischesser machen es uns da manchmal bisschen zu easy. Okay wir mögen Fleisch und sind ein bisschen so Doppelmoral drauf. Können wir nicht einfach dazu stehen? Reserviert uns vielleicht nicht den VIP Eingang im Himmel, aber wäre wenigstens bisschen ehrlich. Und die armen Vegetarier könnten wir in dem Zug auch mal in Frieden die Welt retten lassen. Die Veganer übrigens auch. Und die, die jetzt denken „Ne, also ich kenn sone Veganerin, die hat voll einen an der Haua“ möchte ich gerne mal erwidern, dass ich sicher auch einen Schwarzen kenne der komisch tickt oder einen Behinderten der nicht sympathisch ist oder eine blonde Frau die echt richtig blöd ist. Also so richtig.

Verallgemeinern ist einfach falsch. #Leavevegaaaansalooooneee

Außer die, die nur Fallobst essen. Die erreichen bei mir dann doch ne Toleranzgrenze. „Was die Natur hergegeben hat“, was ein Blödsinn. Und bevor ich den Blog hier lösche und mein digitales Leben aufgebe um 5 h vor nem Apfelbaum zu chillen und auf mein Abendbrot warte mach ich mich dann doch lieber über die Fallobstgourmets lustig. Denn die sind für mich schon etwa so ernst zunehmen wie jene die behaupten sie äßen nichts was einen Schatten hat, denn die finde ich, haben nun wirklich mal einen Schatten. Hach ja, ein bisschen Doppelmoral schadet natürlich niemanden.

In diesem Sinne:

Leben und Leben lassen. Just sayin‘.

– Nele

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4 Gedanken zu “Vom Streichelzoo zu Megges

  1. Hallöchen!
    Bei Fleisch muss man nicht zwingend ein schlechtes Gewissen haben, finde ich! Wenn du so gern Fleisch isst, dann versuche halt deinen Konsum einfach nur etwas zu reduzieren, dafür aber Fleisch zu kaufen, von dem du wirklich weißt, wo es her kommt bzw. unter welchen Umständen die Tiere gehalten werden. Klar ist das wahrscheinlich nicht überall so einfach, das rauszufinden. Wir bekommen manchmal Fleisch direkt von Bauern in der Umgebung. Da weiß ich, dass es den Tieren gut ging, die hatten ein schönes Leben an der frischen Luft und wurden gut behandelt. Dann habe ich persönlich auch kein schlechtes Gewissen mehr. Das hört sich jetzt vielleicht gemein an, aber wenn NIEMAND mehr Milch trinken, Eier essen, oder manchmal eben auch Fleisch essen würde, dann gäbe es die ganzen Tiere einfach überhaupt nicht, weil als Hobby können es sich einfach die wenigstens leisten, diese Tiere zu halten. Gaaanz wichtig dabei ist für mich einfach darauf zu achten WAS genau man wirklich isst und WO es her kommt.

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    1. Liebe Seineugierig! Danke für deinen Post und deine Meinung. Dein Ansatz ist absolut richtig. Der Schritt zu fairer Tierbehandlung und Nachhaltigkeit ist ein guter Kompromiss Fleischesser zu bleiben und das böse Gewissen zu reduzieren. Das Gewissen ist ja zudem ne individuelle Angelegenheit und so oder so bei jedem unterschiedlich. Mein Gewissen sagt mir Fleisch essen ist nicht so ganz richtig aber der erste Schritt den man machen könnte wäre das richtige Fleisch zu essen, wie Du richtig sagst, und die armen Vegaterier und Veganer in Frieden zu lassen. Die meisten von denen sind uns Fleischessern gegenüber nämlich erschreckend tolerant. In diesem Sinne, „Leben und Leben lassen“ zumindest symbolisch zwischen uns Menschlein. -Nele

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  2. Um wirklich entscheiden zu können, was dir gut tut, also sowohl seelisch als auch körperlich, rate ich zu einem einmonatigen Selbsttest. Du verlierst ja nichts, bestenfalls geht es dir so unfassbar gut, dass du keine Lust mehr auf Tierisches hast. Ich meine, wirklich „keine Lust“ und nicht „jetzt gibt mein Gewissen gar keine Ruhe mehr“. Letzteres empfinde ich als nicht aushaltbar, schizophren, weil Geist und Körper uneins sind und der Geist mit fiesen Psychotricks die Oberhand gewinnt. Ich denke, mit solchen Disharmonien lebt es sich nicht rund.
    Vier Wochen Andersessen sind wenig. Für mich waren sie diesbezüglich die besten Wochen meines Lebens :0)
    Ganz liebe Grüße.

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    1. Danke sycoraxa 🙂 Also ich bi-curious, wie Tobias Funke sagen würde. Du hast absolut Recht, dass das in Harmonie gebracht werden muss sonst ist das wie Menschen die abnehmen wollen aber sich stets das süße Zeugs verkneifen, dauerhaft nicht haltbar. Sollte ich das mit dem Monat machen, lass ich Dich wissen wie’s ausging. 🙂

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