Ich wär so gern berühmt

Hach ja, so bisschen roter Teppich, Austern schlürfen und auf Mexican Chair People sitzen. Wär das nicht mega fancy? Dann könnte ich mit Madonna durch die Welt düsen, Jennifer Anniston fragen, wie sie es schafft ihre Haare so geil stylen zu lassen und immer für zero € bei Jamie Olivers Restaurants schlemmen. #Traum #Highlife

Ich glaub viele träumen davon so celebrity-mäßig unterwegs zu sein und mindestens genauso viele schämen sich dafür. Warum? Berühmt sein heisst doch: Money, Anerkennung, interessanter Job? Oder jedenfalls glaub ich das, mit vielen VIPs bin ich nämlich nicht befreundet. Die Vorteile hören sich schon super nice an, kein Job wo man im Pinguin-Anzug seine Zeit mit boring Powerpoint-shit vertrödeln muss und seinen ranzigen kurzärmeligen Chef hasst, der einen weder supported noch mag, keine Gossip-Arbeitskollegen, keine Unterbezahlung, ach ja, nur Karibik und Koks!  Mit dem Privatjet nach Miami düsen, bisschen shooten und so, bisschen modeln und Erdbeeren essen, däncen und schauspielen – why not? Im Endeffekt hört sich vieles famous an und doch trifft einen die Realität wie die Erkenntnis niemals einen Hogwartsbrief erhalten zu haben. But why? Because Muggel, that’s why.

Und ist das wirklich so schlimm nicht dauernd abgelichtet im Spotlight und auf jeder fucking Frauenzeitschrift (bearbeitet und ge-photoshoped) gedruckt zu sein? Tendieren wir nicht sehr stark dazu das was wir, sein wir man ehrlich, eh nicht haben können zu glorifizieren und unser Muggel-Dasein zu schmälern? Und wenn ja, warum?

Andere Angehensweise: Wenn ich in Wien die räudige U6 nehmen muss, wo mich der nette Weirdo fragt ob ich mit ihm ausgehen mag oder nicht („nein, sorry!“) dann sehe ich nicht nur „Muggel“ die zu ihren langweiligen Jobs in ihren langweiligen Anzügen fahren. Ich sehe wirklich traurige, einsame Menschen und wenn nicht in der U-Bahn (und wie Gott weiß: there are plenty of them in U6!), dann doch spätestens danach. Sie verkaufen den Augustin (BTW: sind das nicht die freundlichsten, motiviertesten Menschen, die wir je getroffen haben?) und wenn ich Bargeld habe, dann spende ich es oder kauf mit dieses linke Blatt, weil’s gut ist, so sag ich’s mir. Was denkt ihr, wenn ihr diese Menschen seht? Stundenlang in der Kälte stehend, eine Zeitschrift verkaufend, oder andere die stumm zu Boden geneigt sind, die Hände gefaltet zu euren Füßen knien? Hartz IV-ler, Flüchtlinge, Schmarotzer?

Dann gibt’s da noch die, die einen belästigen, oder die, die einfach keine Kraft mehr haben. Und wir, wir Muggel gehen an ihnen vorbei, denn es ist so crazy wichtig was wir gerade für eine „Deadline“ haben und was ganz „asap“ von uns auszufüllen ist. Manchmal glaube ich, uns trennt soviel von der Welt dieser Menschen das es fast so ist, als wären sie die Muggel und wir die Magier, mächtig genug das Geschehen zu ändern – nur mit dem Unterschied das wir es einfach nicht tun.

Warum wir es nicht tun weiß ich nicht, ich bin nicht besser als alle anderen. Sicher ich spende hier und dar was, aber habe ich schonmal einem Obdachlosen aus seinem Leid befreit? Nicht Hunderten 50 Cent bezahlt, sondern einen von der Strasse geholt?

Nein, habe ich nicht.

Ich denke deshalb, dass wir zwei Dinge tun müssen:

Das Erste ist, dass wir uns überlegen wie wir diese Welt besser machen können (bisschen mehr denen helfen die uns brauchen, weniger asozial sein, mehr Empathie im Job und so!).

Das Zweite wär, wie wir uns selber helfen können, besser zu sein. Vielleicht wär es schlau keinen blöden Traumbildern nachzuhängen, nur um crazy fancy-fame zu sein. Vielleicht wär es ja sogar cool sein Ding zu machen ganz egal ob man berühmt wird und nicht, einfach weil man es feiert seine Leidenschaft zu finden. Und dann, wenn wir uns von sozialen Vorstellungen lösen könnten und aufgehen in dem Hobby was wir lieben und damit erfolgreich werden (und vielleicht sogar berühmt!) dann wär das schon fast ein bisschen magisch und wir können uns ober so fühlen als hätten wir den Master für  Hogwarts bekommen. Und von all dem Geld könnten wir ja sogar vielleicht noch Gutes tun…

Ich sag Dir, liebem wundervollen Leser, der dies gerade liest:

Hinter meinem Blog den Du gerade ließt, habe ich ein anderes Leben. Ein Leben mit bisschen mehr Facebook, Instagram, Pinterest – kurzum: Mehr social media. Aber hier will ich nicht berühmt werden, ich will einfach nur schreiben, mein elektronisches Tagebuch bereichern.

Aber was ist mit DIR? Fühlst du dich zerrissen wie ein Muggel zwischen zwei Welten, entsetzt dich die soziale Kälte in der Gesellschaft oder in dir selbst? Oder willst Du mir erzählen warum Du gerne berühmt wärst? Just let me know and we’ll discuss. Ich verspreche keinen Comment unbeantwortet zu lassen.

In diesem Sinne,

#Getfamousordietrying

-Nele

giphy_gaga.gif

(Picture, Source: Giphy)

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